Der Kemperbach

Straßenbahnmuseum

Sobald die Straßenbahn der Dellbrücker Hauptstraße entrückt, wird es merklich ländlich. Begleitet vom Kemperbach, ziehen bald Weideflächen am Fenster vorbei. Nur wenige Minuten dauert die Fahrt nach Thielenbruch an den östlichen Rand von Köln. Hinter der Oskar-Jäger-Straße taucht bereits der historische Betriebshof auf, in dem das Straßenbahnmuseum untergebracht ist und die Linie 18 verschwindet im Inneren des Gebäudes.

Betriebshof und Wagenhallen

Der ehemalige Betriebshof, bestehend aus zwei denkmalgeschützten Wagenhallen unterschiedlichen Datums, beinhaltet seit 1997 sowohl die Endhaltestelle der KVB als auch die Sammlung des Straßenbahnmuseums nebst einer Gastronomie.

Dem Besucher, aber auch regulären Fahrgast der Linie 3 und 18, dürfte bei Ankunft am Straßenbahnmuseum zunächst der Eingang zur Haltestelle auffallen. Ein halber Waggon wurde kunstvoll in die Fassade eingelassen und ziert seitdem das alte Depot von 1906. Die jüngere Halle wurde zwanzig Jahre später errichtet. Sie beherbergt das Straßenbahnmuseum. MuseumsstückeDie Ausstellung umfasst Exponate historischer Fahrzeuge aus dem gesamten Zeitraum der Kölner Straßenbahngeschichte. Personenzüge sind ebenso vertreten wie diverse Triebwagen. Darüber hinaus gewähren Arbeitsutensilien, Uniformen und kleinformatige Ausstellungsstücke Einblick in vergangene Arbeitswelten. Zudem finden in der Wagenhalle Veranstaltungen und Musikkonzerte statt.

Geschichte der KVB

Die Planung und Inbetriebnahme elektrischer Straßenbahnen erfolgte ab 1900 mit dem stetigen Ausbau des Liniennetzes bis weit hinein in die Kölner Vororte und löste allmählich die bis dato üblichen Pferdebahnen ab. Zu diesem Zeitpunkt waren viele der heutigen Stadtteile noch nicht eingemeindet. Dellbrück sollte erst 1914 Teil von Köln werden. VorortbahnenSo entstanden zunächst eigenständige Vorortbahnen, die sich nicht nur durch ihre Linienbezeichnung, sondern auch optisch von den innerstädtischen Schienenfahrzeugen unterschieden. Ein Beispiel ist der Triebwagen 1285+1286, besser bekannt unter dem Namen „Finchen“, welcher auf der Linie F nach Frechen eingesetzt wurde und heutzutage im Straßenbahnmuseum Thielenbruch besichtigt werden kann. Kölner U-BahnEin weiterer Meilenstein in der Geschichte der Kölner Straßenbahnen war die Inbetriebnahme der ersten U-Bahn im Oktober 1968. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Streckenabschnitt zwischen Dom und Friesenplatz offiziell eröffnet und an das oberirdische Schienennetz der KVB angegliedert. Diese Besonderheit der Kölner Straßenbahnen ermöglichte eine flexible Gestaltung des Netzausbaus, wie sie in den Folgejahren weiter vorangetrieben wurde und bis heute andauert.

Sonstige Ausflugstipps

Wer nach der Besichtigung des Straßenbahnmuseums ein Stück Natur genießen möchte, dem sei ein Spaziergang im Thielenbrucher Wald empfohlen. Dieser beginnt gleich hinter dem Betriebshof. Museumsbesucher erreichen das Waldstück über den P+R Parkplatz an der Thielenbrucher Allee bzw. Im Eichenforst und überqueren dabei unweigerlich den Kemperbach. Weiter südlich verläuft der Umbach und die Strunde.

Historische Daten

Kölner Straßenbahn

  • 1877Pferdestraßenbahn in Köln
  • 1903Elektrische Straßenbahnlinie
  • 1906Vorortbahn nach Thielenbruch
    Erste Wagenhalle des Betriebshofs
  • 1914Inbetriebnahme Finchen
  • 1926Eröffnung zweite Wagenhallen
  • 1968Erstfahrt Kölner U-Bahn
  • 1994Schließung Betriebshof Thielenbruch
  • 1997Eröffnung des Straßenbahnmuseums

Erste Inbetriebnahme weltweit

  • 1832Pferdestraßenbahn, New York
  • 1863Dampfbetriebene U-Bahn, London
  • 1881Elektrische Straßenbahn, Berlin
  • 1890Elektrische U-Bahn, London

Zur Exkurs-Hauptseite

Sehenswertes in der Nähe