Der Kemperbach

Thielenbrucher Wald

Viele Einzelheiten dieses Natur-Kleinods am Stadtrand von Köln verbleiben selbst nach ausgedehnten Begehungen im Verborgenen, lassen sich allenfalls abseits der Wege erahnen. So führt uns dieser Exkurs wortwörtlich in die Niederungen, den Ursprungsmulden des Kemperbachs, zur industriellen Nutzung sowie der späteren Erschließung zum Naherholungsgebiet.

Forstgebiet im Wandel

Sein Name Thielenbruch geht zurück auf den kleinadeligen Grundstücksbesitzer Thiel von Thurn im 15. Jahrhundert zu dessen Grundbesitz einst dieses Waldstück gehörte. Das Wort Bruch, entlehnt aus dem Mittelhochdeutschen, kann als Indiz für dessen sumpfige Bodenbeschaffenheit angesehen werden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden auf trockengelegten Flächen Bebauungen und begründeten die Siedlung Thielenbruch.

Wenn hier die Rede von dem Thielenbrucher Wald ist, sei aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt, dass er sich formal in zwei weitere Teilabschnitte untergliedern lässt: dem Areal „Im Grundloch“ südlich im Umkreis der Strunde und dem Tiefenbruch, durchflossen vom Kemperbach im Norden, begrenzt durch die Bergisch Gladbacher Straße, an welcher sich jenseits der Landesstraße bereits der Katharinenkammer Wald anschließt. Alte Straßenbahnlininen Die ehemalige Bahntrasse der Linie G, abermals C, bis 1957 in Betrieb und später durch heutige Buslininen ersetzt, verkehrte zwischen Köln und Bergisch Gladbach. Obgleich die Gleise unlängst entfernt wurden, ist die Linienführung nach wie vor erkennbar. Auf ihr verläuft ein breiter Waldweg, von dem weiter unten noch die Rede sein wird.

Eisenerzabbau am Stadtrand

Machen wir einen Abstecher in den Tiefenbruch, erblicken wir beidseits der Wege nicht nur den Kemperbach, sondern auch einige Nebenbäche, kleinste bis kleine Verästelungen, die insbesondere während der heißen Sommermonate nur temporär Wasser führen und hinunter an den Rand der Lichtung zur Thielenbrucher Allee führen. Am äußersten Rand der Paffrather Kalkmulde gelegen, endet hier das Bensberger Erzrevier. EisenerzgrubenIn diesen feuchten Niederungen des Kemperbachs wurde noch Mitte des 19. Jahrhunderts Eisen und Raseneisenerze, auch als Sumpfeisenstein bekannt, abgebaut. Letztere weisen einen geringerer Eisengehalt auf als Eisenerze, konnten jedoch leichter abgebaut werden und eigneten sich darüber hinaus als Baumaterial für Häuser und Mauern.

Wanderlust

Das Wanderwegenetz des Kölner Eifelverein, kurz KEV, im rechtsrheinischen Gebiet umfasst 12 Rundwander- sowie 20 Wanderwege. Zwei Teilstrecken durchziehen den Thielenbrucher Wald und sind entsprechend mit Wegemarken ausgeschildert.

Zeit sollten Sie für die insgesamt 42 km langen Wege einplanen, passieren Sie auf dem Wanderweg 7 – hier identisch mit dem Kölnpfad, gekennzeichnet mit einem weißen Ring auf schwarzem Grund – gleich mehrmals den Kemperbach auf dem Weg von Brück nach Altenberg. Naturerlebnis WaldWanderweg 14 unterdessen, mit einer Distanz von 15 km deutlich kürzer, ist insofern interessant, da er weite Teile des Königsforst und des Gierather Waldes abdeckt und zudem zwei Endhaltestelle überbrückt: die der Linie 9 als Ausgangspunkt und der Linien 3 bzw. 15 in Thielenbruch als Ziel der Wanderung. Interessierte können über die Internetseiten des KEV den vollständigen Verlauf als GPS-Track beziehen.

Im QuellbereichDer Kemperbach und seine Nebenbäche durchqueren den Tiefenbruch.Auf Karte zeigen

Wer dagegen erprobte Radwege und Themenrouten bevorzugt, wird im Radnetz des RadRegionRheinlands, ein Verein zur Tourismusförderung, fündig. Gleich mehrere Routen schneiden den Thielenbruch. Ein weiträumiges Beschilderungssystem mit Knotenpunkten und Wegweisern, ähnlich dem der Beneluxstaaten, erleichtert die Orientierung selbst ohne zur Hilfenahme mobiler Kommunikationsmittel. So verläuft ein Teil des Strunderadwegs über die ehemalige Bahntrasse.

Waldanteil

In Relation zur Gesamtfläche der Stadt Köln zeigt sich, dass der Waldbestand im Stadtteil Dellbrück in etwa doppelt so groß ist, während Bergisch Gladbach mit 38 Prozent sogar über dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp 30 Prozent liegt. Nützliche Informationsquellen finden Sie in den statistischen Jahrbüchern der Stadt Köln, beim Statistischen Landesamt NRW bzw. den Publikationen von Destatis.

Weitere Themen

Die Hauptseite der Exkurse vermittelt Ihnen einen Überblick über weitere Themenkomplexe rund um den Kemperbach, der Flora und Fauna sowie deren Aspekte im geschichtlichen Kontext des Kölner Stadtteils Dellbrück und der angrenzenden Stadt Bergisch Gladbach.

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